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Alexander Koch

OLG Stuttgart: Kennzeichnungsvorschriften des GPSG (jetzt ProdSG) sind Marktverhaltensregeln

Marktüberwachungsrecht

Nach dem Urteil vom 10. September 2009 – Az. 2 U 11/09 des OLG Stuttgart handelt sich bei § 5 Abs. 1 Nr. 1 lit. b GPSG (entspricht § 6 Abs. 1 Nr. 2 ProdSG) um eine Marktverhaltensregel i.S.v. § 4 Nr. 11 UWG.


Dieser Beitrag ist ursprünglich in dem von der Kanzlei Koch & Neumann betriebenen Portal "Marktueberwachung.EU" erschienen. Dieses Portal wurde 2020 endgütig eingestellt. Seit 2025 wird der Beitrag im Kanzleiblog dokumentiert. Alle Angaben in dem Beitrag entsprechen dem Zeitpunkt der damaligen Veröffentlichung, sind also gegebenenfalls inhaltlich überholt. Die im Original noch enthaltenen Links auf externe Quellen wurden angesichts des Zeitablaufs entfernt.

Nach § 5 Abs. 1 Nr. 1 lit. b GPSG (entspricht § 6 Abs. 1 Nr. 2 ProdSG) muss bei Verbraucherprodukten der Name des Herstellers (oder Importeurs) auf dem Produkt oder (wenn dies nicht möglich ist) der Verpackung angegeben werden. Der Hersteller muss aus den Angaben eindeutig identifizierbar sein. Diese Vorschrift dient – wie das gesamte Gesetz – dem Verbraucherschutz und ist insoweit vergleichbar mit anderen Kennzeichnungsvorschriften, die ebenfalls dem Verbraucherschutz dienen. Deshalb sei auch die Pflicht zur Angabe des Herstellers nach dem GPSG als Marktverhaltensregel i. S. v. § 4 Nr. 11 UWG einzuordnen.

Die Einordnung von § 5 Abs. 1 Nr. 1 lit. b GPSG (entspricht § 6 Abs. 1 Nr. 2 ProdSG) als Marktverhaltensregel i. S. d. UWG hat insbesondere zur Folge, dass solche Verstöße abmahnungsfähig sind. Das OLG beschränkt sich in seinen Ausführungen allerdings nicht auf § 5 Abs. 1 Nr. 1 lit. b GPSG. Vielmehr sind nach der Argumentation des OLG alle GPSG-Regeln Marktverhaltensregeln. Mitbewerber, Wirtschaft- oder Verbraucherverbände, Industrie- und Handelskammern sowie Handwerkskammern stehen somit nach § 8 Abs. 1 UWG grundsätzlich Beseitigungs- und Unterlassungsansprüche zu. Verstöße gegen das GPSG bzw. das ProdSG können nach dieser Sichtweise also auch grundsätzlich mit Abmahnungen verfolgt werden.

OLG Stuttgart, Urteil vom 10.9.2009 – Az. 2 U 11/09

Post Views: 43
21. Juli 2013/von Alexander Koch
Schlagworte: GPSG, ProdSG, UWG
https://kochneumann.de/wp-content/uploads/2013/10/MueEU.png 1024 1536 Alexander Koch https://kochneumann.de/wp-content/uploads/2017/06/2017-05-24_logo_340x156.png Alexander Koch2013-07-21 13:02:162025-09-27 13:11:33OLG Stuttgart: Kennzeichnungsvorschriften des GPSG (jetzt ProdSG) sind Marktverhaltensregeln
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